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Heizung

Die Heizung im Niedrigenergiehaus

Die folgenden Texte gelten sinngemäß für nachträglich sanierte, gut gedämmte Altbauten!

Je geringer der Heizwärmebedarf eines Hauses wird - je besser gedämmt und optimiert es ist - umso weniger aufwändig kann die Heizung ausfallen.

Oftmals wird noch mit den selben Bestandteilen gearbeitet, wie im Bestand/Altbau, weil nicht berücksichtigt wird, dass das Zeitalter des schlecht gedämmten Hauses (zum Glück!) vorbei ist - zumindest im Neubau und gut saniertem Altbau!

Darum soll hier kurz zusammengefasst werden, wie die neuen Anforderungen aussehen und warum das so ist.

Aus der Praxis

In welchem Gang fahren Sie, wenn Sie mit einer Geschwindigkeit von 20km/h mit Ihrem Auto unterwegs sind?
Was passiert, wenn Sie im 5.Gang 20km/h fahren?
Das Auto stirbt fast ab, fährt höchst ineffizient (verbraucht in Relation sehr viel Treibstoff), stinkt (schlechte Verbrennung) und es schadet dem Motor.

Das gleiche gilt für die Heizung eines Hauses:
Je weniger Energie das Haus benötigt, desto weniger Energie soll die Heizung liefern (entspricht einer kleineren Leistung), damit die Heizung effizient und schadstoffarm läuft und langlebig ist. Sie muss also richtig dimensioniert sein (die Leistung der Heizung muss zum Wärmebedarf des Hauses passen).

Heizlast und Heizung - der Zusammenhang

Was ist die Heizlast eines Gebäudes?
Die Heizlast besagt vereinfacht, wie viel Energie pro Zeit in das Gebäude gesteckt werden muss, damit es am kältesten Tag des Jahres konstant auf 20°C Innenraumtemperatur gehalten werden kann. Sie wird angegeben in kW (Kilowatt).

Der Heizkessel
Heizkessel haben den besten Wirkungsgrad, wenn sie im Volllastbetrieb laufen. Viele neue Heizkessel zeigen aber auch schon im Teillastbetrieb gute Werte.
Besonders schlecht wirkt sich so genanntes häufiges Takten auf den Wirkungsgrad der Heizung und auf den Schadstoffausstoß aus. Beim Takten handelt es sich um das Ein- und Ausschalten des Kessels. Besteht nur eine geringe Wärmeanforderung, so schaltet der Kessel ständig abwechselnd von Betrieb auf Bereitschaft um. Vgl. Auto: kurze Fahrtstrecken oder ständiges Bremsen / Beschleunigen (Stadtbetrieb) erhöhen einerseits den Verbrauch und die Schadstoffbelastung erheblich, außerdem verringert sich die Lebenszeit des Motors.

Statistik: Heizlast übers Jahr betrachtet

Folgende Abbildung soll die Wichtigkeit der Heizungsdimensionierung verdeutlichen. Sie veranschaulicht, an wie viel Tagen welche Heizleistung - ausgehend von der maximalen Heizlast des Hauses - benötigt wird, um das Haus konstant auf 20°C zu halten.

Heiztage und Heizungsauslastung

es wird von einer Anzahl von insgesamt 230 Heiztagen ausgegangen

Beispiel

Ein Niedrigenergiehaus mit 170m² Bruttogeschoßfläche hat eine Heizlast von 5kW. Diese 5kW werden tatsächlich nur an 6 Tagen im Jahr benötigt.
An 105 Tagen werden nur 3kW benötigt.
Und an weiteren 100 Tagen werden nur zwischen 1,75 und 1,25kW benötigt.
Die Heizung läuft also bereits bei richtiger Dimensionierung fast die ganze Zeit im Teillastbetrieb.
Und so wird klar, warum ein Kessel, je mehr er überdimensioniert ist, umso schlechtere Wirkungsgrade und Abgaswerte bringt.

Andere Regeln gelten für Kessel, die mit einem Pufferspeicher kombiniert sind, und nicht auf Dauerbetrieb ausgelegt sind, wie z.B. Holzvergaserkessel. Auch lässt sich der Wirkungsgrad einer zu groß dimensionierten Heizung durch einen Pufferspeicher verbessern, da das Takten reduziert wird.
Ein Pufferspeicher ist, einfach erklärt, ein großer Wasserboiler. Wenn die Heizung auf Volllast läuft, wird die Wärme, die momentan nicht bei den Heizkörpern gebraucht wird, in den Speicher geleitet. Der Speicher wird so mit Wärme vollgeladen, dann schaltet die Heizung ab. Besteht nun ein Wärmebedarf bei den Heizkörpern, bezieht der Heizkreislauf die Wärme aus dem Pufferspeicher. Die Heizung springt erst wieder an, wenn der Pufferspeicher entladen ist. Wichtig ist eine sehr gute Dämmung des Speichers und die passende Größe, die von der Heizung und vom Wärmebedarf des Hauses bestimmt werden sollte.

Noch ein Spezialfall: der Kachelofen
Ein Kachelofen wirkt für sich ähnlich wie ein Pufferspeicher - durch seine große Speichermasse. Die kurzfristig frei werdende hohe Wärmeleistung während des Abbrandes wird auf einen langen Zeitraum verteilt.

Neue Gebäude und gut sanierte Altbauten weisen eine wesentlich höhere Luftdichtheit auf als bestehende Altbauten.
Verbrennung setzt aber ausreichende Luftzufuhr voraus - sonst wird es gefährlich!

Planen Sie einen Zimmerofen - egal welcher Art ?
Dann sehen Sie unbedingt eine Verbrennungsluft-Zufuhr von außen vor. Dies kann über einen Kamin erfolgen, aus dem Keller angesaugt werden oder über eine Luftzuführung direkt von außen über z.B. den Fußboden.